Trifokale Multifokallinsen – Sind das die besten Intraokularlinsen?

Im Rahmen einer Katarakt–Operation oder einer refraktiven Intraokularchirurgie wird die körpereigene Augenlinse entfernt und durch eine künstliche Intraokularlinse ersetzt, um anschliessend ohne Brille möglichst scharf sehen zu können.

Nach wie vor werden bei einer Operation des Grauen Stars am häufigsten monofokale Intraokularlinsen verwendet. Sie ermöglichen aber ein scharfes Sehen nur für eine Entfernung – entweder für die Nähe, Ferne oder die Zwischendistanzen. Die Kosten einer Monofokallinse werden normalerweise von der gesetzlichen Krankenkasse oder anderen Krankenversicherungen übernommen.

In den letzten Jahren wurden zunehmend von vielen Herstellern auch sog. multifokale Intraokularlinsen enwickelt. Das Ziel dieser Linsen ist es,  Patienten ein gutes Sehen in der Ferne und auch in der Nähe ohne Brille zu ermöglichen.

Sind alle Multifokallinsen gleich?

Heutzutage kann der Augenchirurg unter vielen verschiedenen Modellen und Herstellern auswählen, um möglichst die vom Patienten gewünschten Lösung zu realisieren. Die modernen multifokalen Intraokularlinsen unterscheiden sich im Material, dem optischem Prinzip (Difraktion, Refraktion) und der Anzahl der Brennpunkte (bifokale oder trifokale Linsen). Eine der häufigsten Fragen von Patienten ist: Welche Intraokularlinse ist die beste Linse für mich?

Bei welchen Patienten werden multifokale Intraokularlinsen implantiert?

Ganz allgemein verwendet man multifokale Intraokularlinsen sowohl bei Kataraktpatienten als auch bei Patienten, die sich durch einen intraokularen Eingriff ein brillenfreies Leben wünschen. Bei der Operation des Grauen Stars wird die getrübte Augenlinse durch eine künstliche Linse ersetzt. Wird eine geeignete multifokale Intraokularlinse implantiert, so kann der Patient in allen Distanzen gut ohne Brille oder Kontaktlinsen sehen. Bei der refraktiven Intraokularlinsenchirurgie wird die klare Augenlinse entfernt. Die implantierte Multifokallinse dient dann zur Korrektur einer vorbestehenden Kurz- oder Weitsichtigkeit, eines Astigmatismus (mittels der sog. torischen Varianten), aber eben auch der Alterssichtigkeit.

Was unterscheidet eine trifokale Intraokularlinse von anderen Multifokallinsen?

Das Funktionsprinzip von multifokal–trifokalen Linsen entspricht im Prinzip dem bei multifokal–bifokalen Linsen. Der Unterschied besteht darin, dass ein weiterer Brennpunkt für das Sehen in den Zwischendistanzen hinzugefügt wurde. Die Oberfläche der Linse ist in verschiedene Zonen aufgeteilt und jede Zone produziert einen der drei Brennpunkte.
Moderne trifokale Intraokularlinsen sind asphärisch konstruiert. Man versucht störende optische Nebeneffekte wie Halos oder andere optische Phänomene so weit wie möglich zu reduzieren. Dies ist insbesondere für das nächtliche Sehen von Bedeutung.

Wieviel kostet eine trifokale Intraokularlinse?

Eine trifokale Intraokularlinse fällt in die Gruppe der Premiumlinsen.  Daher ist,  abhängig von der Versicherung des Patienten, häufig eine Selbstbeteiligung an den Kosten erforderlich.  Die Preise variieren von Land zu Land, hängen aber auch vom Hersteller sowie der Klinik ab.

Welche Vorteile haben die trifokalen Intraokularlinsen?

Bei der Auswahl einer multifokalen Intraokularlinse ist eine realistische Erwartungshaltung des Patienten wichtig. Ausserdem müssen die Bereiche vom Patienten definiert werden, in denen er scharf sehen möchte. Wenn sowohl Gegenstände in der Ferne, als auch in Zwischendistanzen sowie Nähe ohne scharf gesehen werden möchten, bietet sich eine moderne trifokale Linse an.

Zahlreiche klinische Studien haben exzellente Resultate nach der Implantation einer trifokalen Intraokularline nachgewiesen. Es gibt aber auch Nachteile. Da das Licht in drei Teile aufgeteilt werden muss, können sich optische Nebeneffekte verstärken, bzw. ist für das Lesen eine erhöhte Lichtintensität erforderlich.

Gibt es eine Alternative zu einer trifokalen Intraokularlinse?

Ähnliche postoperative Resultate für das scharfe Sehen in allen Distanzen kann durch sog. „Blended Vision“ erreicht werden. Für das dominante Auge wird eine multifokale (nicht trifokale) Linse mit schwächerem Nahzusatz ausgewählt und für das nicht–dominante Auge eine Linse mit stärkerem Nahzusatz. Mit dieser Strategie kann man exzellente binokuläre Ergebnisse erreichen ohne die Nachteile der trifokalen Linsen akzeptieren zu müssen. So bietet der Hersteller OCULENTIS mit seiner modernen segmentalen Intraokularlinsenfamilie „Mplus“ eine solche Kombination von verschiedenen Linsenmodellen an. Dadurch kann ein exzellentes Sehen in der Ferne und in den Zwischendistanzen mit dem dominanten Auge erreicht werden, Sehen  in der Nähe wird durch die höhere Nahaddition im nicht–dominanten Auge optimiert.

Welche Modelle einer trifokalen Intraokularlinse werden häufig implantiert?

Es gibt nur wenige Hersteller von Multifokallinsen, die trifokale Linsen anbieten. Die wichtigsten Modelle trifokaler Linsen sind „FineVision“ des Herstellers PHYSIOL  sowie die trifokalen Linsen von ZEISS.

Finevision intraokularlinse
Finevision intraokularlinse (Physiol).

Zusammenfassung

Die Auswahl einer Intraokularlinse ist ein komplexer Prozess. Er orientiert sich an verschiedenen Kriterien, den individuellen Wünschen des Patienten und natürlich der professionellen Beurteilung der jeweiligen Augengesundheit durch den Augenarzt. Informieren sie sich umgehend und lassen sie sich immer professionel beraten, bevor Sie sich für eine Intraokularlinse entscheiden.

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