Mouches volantes (Floater oder auch fliegende Mücken) nach einer Katarakt-Operation

Die Operation des Grauen Stars ist die weltweit am häufigsten durchgeführte Operation überhaupt. Die getrübte Augenlinse wird entfernt und durch eine künstliche klare Linse ersetzt, um anschliessend ein deutliches und scharfes Sehen zu erreichen.

Die Katarakt-Operation ist eine sehr erfolgreiche Operation. Der Prozentsatz der zufriedenen Patienten ist ausserordentlich hoch, da nach einem Eingriff eine hohe Sehqualität erreicht wird. Komplikationenen sind sehr selten. Nach einer Katarakt-Operation oder dem Austausch einer klaren Augenlinse bemerken aber einige Patienten das Auftreten oder eine Verstärkung von sog. Mouches volantes (auch als fliegende Mücken oder Floater bezeichnet).

Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Floatern und einer durchgeführten Katarakt-Operation?

Auch wenn viele Patienten Glaskörpertrübungen nach einer Kataraktoperation als eine Folge des Eingriffs ansehen und eine Komplikation vermuten, besteht medizinisch aber kein direkter Zusammenhang.

Mitunter kann es schwierig sein, Patienten vom fehlenden direkten Zusammenhang zu überzeugen,

Insbesondere dann, wenn sie früher keine Glaskörpertrübungen gesehen haben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit und in den allermeisten Fällen sind die Ursachen des Auftretens von Floatern bei operierten und nicht operierten Patienten identisch.

Es kann aber in manchen Fällen ein indirekter Zusammenhang zwischen einer Katarakt-Operation und dem Symptom von Floatern hergestellt werden. Es besteht nach einer Katarakt-Operation eine höhere Wahrscheinlikeit des Auftretens einer hinteren Glaskörperabhebung. Diese besteht auch schon bei vielen Patienten ohne Operation und ist ohne weitere Komplikationen harmlos. Eine hintere Glaskörperabhebung kann aber mit dem Auftreten von Floatern oder Fliegenden Mücken assoziiert sein. 

Diese Glaskörpertrübungen werden dann mitunter nach einer Linsenoperation deutlicher wahrgenommen. Während die alte körpereigene Linse getrübt war bzw. Alterserscheinungen zeigte, ist die neue künstliche Linse ja völlig klar. Die Patienten sehen besser und klarer, aber eben auch Trübungen im Glaskörper.

Im weiteren Verlauf möchten wir Ihnen die Gründe für das Auftreten von Floatern erläutern und welche Behandlungsmöglichkeiten heute bestehen.

Warum sehe ich Fliegende Mücken, Schatten, abstrakte Figuren, kleine Würmer ….?

Die sich bewegenden “Körper” befinden sich im Augeninneren, dem Glasköper. Der Glaskörper nimmt den Platz zwischen Augenlinse und Netzhaut ein, ist eiweissähnlich aufgebaut und normalerweise durchsichtig.

Im Laufe des Alters verändert sich der Glasköper. Es kommt zu Destruktionen und Verflüssigungen. Im Rahmen dieser Strukturveränderungen kondensieren einzelne Glaskörperfasern, die dadurch zum Auftreten von Fäden, abstrakten Gebilden, Würmern, Schatten usw. führen, die parallel zu den Augenbewegungen im Glasköper schwimmen.

Wenn jetzt Licht von aussen auf die Netzhaut trifft, werfen diese Glaskörpertrübungen Schatte auf die Netzhaut und verursachen so die Symptome von Floatern oder Fliegenden Mücken.

In anderen Fällen löst sich der Glaskörper von der Netzhaut. Auch wenn an sich ungefährlich, kann es aber durch diese Abhebung zu einem Netzhautloch kommen. Mitunter geht dies mit einer Blutung einher. Beim Auftreten dieser Symptome ist eine sorgfältige Untersuchung des Augenhintergrundes mit erweiterten Pupillen erforderlich. Netzhautlöcher können nämlich eine Netzhautablösung nach sich ziehen.

Für das Auftreten von Floatern gibt es also folgende Gründe:

  • Altersbedingte Strukturveränderungen des Glaskörpers.
  • Abhebung des Glaskörpers von der Netzhaut.

Darstellung der Strukturen des Augapfels .

Bild 1. Darstellung der Strukturen des Augapfels .

Simulation von Floatern im Gesichtsfeld.

Bild 2. Simulation von Floatern im Gesichtsfeld.

Welche Empfehlungen gibt es für Patienten mit Floatern?

Floater können in verschiedenen Formen auftreten, bewegen sich im Auge synchron zu den Augenbewegungen und können in unterschiedlicher Ausprägung zu Beschwerden führen. Insbesondere unter hellen Lichtbedingungen oder beim Betrachten héller Flächen (weisse Wände, Schnee) klagen viele Patienten über Symptome. Auch Bildschirmarbeit kann deutlich erschwert sein.

Generell kann man empfehlen, hell beleuchtete Flächen nicht direkt anzuschauen. Das Tragen einer Sonnenbrille hilft häufig, die Intensität der Symptome zu reduzieren.

Als weiteren Hinweis zur Reduktion der Beschwerden sollten die einzelnen Floater nicht im Blickfeld nachverfolgt werden. Das Gehirn lernt bei vielen Patienten diese Seheindrücke zu unterdrücken, so dass ein Gewöhnungsprozess stattfinden kann. Ähnlich wie bei ständigen Ohrgeräuschen (Tinnitus), kann sich das Gehirn anpassen so dass mit der Zeit die Floater nicht mehr als so unangenehm empfunden werden.

In anderen Fällen kann sich die Lokalisation der Floater in die Peripherie verlagern oder sie sinken nach unten ab. Dadurch werden sie im zentralen Gesichtsfeld nicht mehr oder weniger störend wahrgenommen.

Bei welchen Patienten besteht ein höheres Risiko des Auftretens von Floatern?

Ausser dem Alter gibt es noch weitere Risiken für das Auftreten von Floatern. Unter anderem können folgende Gründe angeführt werden:

  • Diabetes
  • Höhergradige Kurzsichtigkeit
  • Entzündungen im Augeninneren
  • Augenverletzungen
  • Netzhautablösung

Die Gründe für das Auftreten von Floatern können also sehr unterschiedlich sein. Sie können bereits vor einer Kataraktoperation vorhanden sein oder nach dieser auftreten bzw. vom Patienten beobachtet werden.

Wann ist eine Untersuchung beim Augenarzt erforderlich?

Immer wenn nach einer Kataraktoperation Floater vom Patienten beobachtet werden, ist auch wenn die Sehschärfe gut ist, eine Untersuchung durch den Augenarzt empfehlenswert. In den meisten Fällen ist keine Komplikation aufgetreten, dennoch sollten Patienten mit folgenden Symptomen sofort einen Augenarzt aufsuchen:

  • Wenn sich ein Floater nicht mehr bewegt, sondern immer an der gleichen Stelle zu sehen ist.
  • Verringerung der Sehschärfe in einem Gesichtsfeldbereich.
  • Wahrnehmung von Lichterscheinungen wie Blitzen.
  • Plötzliche Vermehrung der Floater im Sehfeld.

Während einer Augenuntersuchung mit weit gestellten Pupillen kann der Augenarzt die Entstehung gefährlicher Netzhautlöcher oder Netzhautblutungen ausschliessen. Diese Vorstufen einer gefährlichen Netzhautablösung können, wenn früh genug diagnostiziert, häufig einfach und erfolgreich mit einer Netzhaut-Laserbestrahlung behandelt werden.

Neue Behandlungsmethoden zur Beseitigung von Floatern bzw. Fliegenden Mücken.

Aufgrund fehlender Möglichkeiten in der Therapie vertrösten heute noch viele Augenärzte ihre Patienten und empfehlen lediglich eine Gewöhnung an diese häufig doch lästigen Symptome. Eine neue Laserbehandlung ermöglicht jedoch eine Behandlung, welche äusserst komplikationsarm Glaskörperfloater erfolgreich beseitigen kann.

– Vitreolyse ( neue nicht invasive Laserbehandlung)

Bei dieser Technik wird ein neuartiger, speziell entwickelter YAG-Laser eingesetzt, der die Glaskörperfloater zerkleinern und auflösen kann. Nach einer Pupillenerweiterung kann der Augenarzt die Glaskörpertrübungen mit einer speziellen Linse im Glaskörper lokalisieren und mit gezielten Laserschüssen auflösen.

Bei dieser nicht invasiven Behandlung muss das Auge nicht eröffnet werden und sie ist deshalb kaum mit Risiken verbunden. Je nach Ausprägung und Anzahl der Trübungen dauert die Behandlung zwischen 5 und 30 Minuten. Die Behandlung ist ambulant und schränkt den Patienten anschliessend nicht in seinen normalen Lebensgewohnheiten ein.

Manchmal werden mehrere Sitzungen benötigt, um alle Trübungen zu beseitigen. Das liegt u.a. an folgenden Gründen:

  • Bei einer längeren Behandlung kann die Hornhaut vorübergehend etwas an Klarheit abnehmen. Dadurch wird die Visualisierung behindert, so dass eine Fortführung an einem anderen Tag empfohlen wird.
  • Erfahrene Augenärzte empfehlen nicht mehr als 500 Laserschüsse in einer Sitzung. Bei einer grossen Anzahl von Glaskörpertrübungen sind mitunter mehr Laserimpulse erforderlich. Wenn in einer Behandlung deutlich mehr Laserimpulse benutzt werden, besteht das Risiko einer Erhöhung des Augendrucks, so dass es sicherer ist, den Eingriff auf mehrere Sitzungen zu verteilen.

Der Erfolg dieser Laserbehandlung hängt also von den Eigenschaften und der Anzahl der Floater ab.

Da die Laservitrelyse ein nicht invasiver Eingriff ist, bestehen kaum Risiken. Dieses Verfahren wird noch nicht von vielen Augenärzten angeboten. Die Gründe sind u.a:

  • Viele Augenärzte vertreten immer noch die Meinung, dass Glaskörperfloater nicht behandelt werden müssen und sich die Patienten darán gewöhnen sollten.
  • Nur wenige Augenärzte verfügen über den neuen Laser und sind in der Benutzung geschult.

Wie bei jedem operativen Eingriff muss der Patient vorher über alle Möglichkeiten und Erfolgswahrscheinlichkeiten sowie den möglichen Risiken aufgeklärt werden.

Falls Sie Informationen benötigen, welche Kliniken dieses neuartige und erfolgreich Verfahren anbieten, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Gerne nennen wir Ihnen Klinikname, Adresse und Ansprechpartner.

 

Vitreolysis Laser Ultra Q Reflex.

Bild 3. Vitreolysis Laser Ultra Q Reflex (Quelle: Ellex).

– Vitrektomie (invasive operative Glaskörperentfernung).

Nur in ganz ausgeprägten Fällen wird eine operative Glaskörperentfernung in Erwägung gezogen. Dabei wird der Glaskörper durch eine klare Flüssigkeit ausgetauscht. Der Eingriff kann ca. 1 h dauern und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Als Risiken müssen die Entstehung einer Netzhautablösung, einer Katarakt, einer Augendruckerhöhung sowie Blutung und Infektion angeführt werden.

Um die Durchführung dieses grösseren Eingriffs zu rechtfertigen, müssen die Beschwerden und die Ausprägung der Trübungen schon sehr ausgeprägt sein. Viele Augenärzte empfehlen daher nur selten eine Vitrektomie zur Floaterbeseitigung.

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Ein Gedanke zu „Mouches volantes (Floater oder auch fliegende Mücken) nach einer Katarakt-Operation

  1. Gianna Goldenbaum

    Guten Tag,
    ich hätter gerne gewusst, welche Kliniken diese neue Lasertechnik ausführen.
    Ich habe nach einer Katarakt OP viele Schlieren vor dem Auge. Man sagte mir, kein Wunder, dass
    ich nicht so gut gucken kann. Die Ränder wären sehr speckig.
    Mit freundlichen Grüßen
    Gianna Goldenbaum

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