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Fragen an den Augenchirurgen
 

Zwei Fragen zu Linsentyp und Brillen

26 Juli, 2017 teilnehmer
 
 
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Answers: 1
 
26 Juli, 2017
 
Intraokularlinsen

 
asked 26 Juli, 2017

Hallo

Ich bin über 50 Jahre und habe grauen Star und stehe vor der schweren Entscheidung, mich für einen Linsentyp zu entscheiden. Leider habe ich – trotz Aufklärungsgesprächs – einen wichtigen Zusammenhang wohl nicht richtig verstanden. Ich bin kurzsichtig -3,25 auf beiden Augen und Weitsichtig mit + 2,25 auf beiden Augen. Ich besitze eine Gleitsichtbrille und eine sog. „Officebrille“ für den Nah- und Zwischenbereich (Computerarbeit). Im Nahbereich kann ich ohne Brille am Besten sehen.

Frage 1: Kann ich durch den Einsatz einer „neutralen“ Linse obige Sehfähigkeiten behalten? (nur eben ohne Grauschleier). Oder fällt die eigene Akkommodation vollkommen weg und ich brauche im Nahbereich eine (neue) Lesebrille?

Frage 2: Welcher Linsentyp ist mit Korrektur der Sehschärfe am Besten geeignet. Natürlich ist das Fern-Sehen ohne Brille sehr verlockend aber wichtiger ist für mich das korrekte Nah-Sehen, insbesondere im Zwischenbereich. Ich bin Programmierer und muss sowohl Fachliteratur lesen können und gleichzeitig am Computer arbeiten können. Mit meiner Office-Brille hat das in der Vergangenheit sehr gut funktioniert.

vielen Dank

Josef

 

 

1 Answer

16 Januar, 2018
 

Lieber Josef,

Die heute verfügbaren Kunstlinsen können im eigentlichen Sinne nicht akkommodieren- also die eigene Form und damit Brechkraft verändern. Ähnlich wie Brillengläser dies ja auch nicht können, sondern das Sehen in verschiedenen Bereichen durch unterschiedliche Dioptrienwerte in verschiedenen Bereichen des Glases ermöglichen.

Bei den Kunstlinsen stehen diesbezüglich trifokale und multifokale Linsen unterschiedlichen Designs zur Verfügung, die das Licht unterschiedlich brechen und simultan Bilder in verschiedenen Bereichen anbieten. Das Gehirn muss häufig ein wenig üben, das jeweils gewünschte Bild zu wählen. Dieser Effekt geht häufig etwas zu Lasten der Kontrastschärfe. Zum Lesen in der Nähe wird etwas mehr Licht benötigt. Abends werden oft Lichtringe und -kränze wahrgenommen, die häufig mit der Zeit etwas weniger wahrgenommen werden. Sogenannte „extended depth of focus“ Linsen stellen gerade für den Nah- und mittleren Bereich eine gute Alternative dar, da sie ohne störende Nebeneffekte die Tiefenschärfe erhöhen. Es sind monofokale Linsen.
Theoretisch könnte durch die entsprechende Dioptrienstärke einer monofokalen Kunstlinse auch Ihre jetzige Situation, -3,25 dpt, wieder hergestellt werden. Ob Ihre jetzige Arbeitplatzbrille dann noch optimal passt, lässt sich nicht vorhersagen. Meist ändern sich die Werte etwas, der Sehkomfort dürfte aber ähnlich sein. So könnten Sie dann auch weiterhin ohne Brille lesen.
Wenn Sie noch weitere Fragen haben, schreiben Sie uns gerne.

Mit freundlichen Grüßen

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